Beeinflussung der Kurzsichtigkeit

Was bedeutet Kurzsichtigkeit (Myopie)?

Kurzsichtige sehen ohne Korrektion in der Ferne unscharf, in der Nähe hingegen scharf.
Das Auge ist im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu lang.

  • Ein 1 mm zu langes Auge entspricht ca. -3 dpt Kurzsichtigkeit.
  • In der Regel wächst das Auge und damit die Fehlsichtigkeit bis ca. zum 25 Lebensjahr.
    (stärkste Entwicklung etwa zwischen 6 und 15 Jahren).
  • Nach derzeitigem Wissensstand hat die Veranlagung zur Kurzsichtigkeit genetische Komponenten.
  • Eine starke Kurzsichtigkeit bringt erhöhte Risiken für die Augengesundheit mit sich. Zu nennen wären: Netzhautprobleme, Makulaveränderungen und Glaukomrisiko.

 

Faktoren, die die Zunahme der Kurzsichtigkeit begünstigen:

  • Zu lange Naharbeit, dadurch visuelle Überlastung in der Nähe.
    Besser: Nach 30–45 Minuten Naharbeit -> 10 Minuten Pause (30:10-Regel).

    Quelle: Focus Online 03.2014

  • Zu geringer Leseabstand.
    Besser: Auf 40-60cm Abstand achten.
  • Schlechte Beleuchtung.
    Besser: Helles Leuchtmittel mit dem Tageslicht ähnlicher Farbtemperatur (5000 – 6500 Kelvin) verwenden. Noch besser: Bei Tageslicht arbeiten.
  • Brille.
    Durch Abbildungsfehler eines üblichen Brillenglases wird das Längenwachstum des Auges angeregt.
    Besser: Contactlinsen.

 

Was kann ich hier für mein Kind tun? Folgende Maßnahmen haben sich nach aktueller Studien-Datenlage als sinnvoll und vielversprechend erwiesen:

  • Mindestens 1-2 Stunden am Tag Aufenthalt im Freien zusätzlich zu den Schulpausen, d.h. Tageslicht und auch Bewegung.
    (Die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin steigt durch die Zusammensetzung des natürlichen Lichtspektrums. Dopamin hemmt wiederum u.a. die Entwicklung der Kurzsichtigkeit.)
  • Grundsätzlich frühzeitige Korrektion durch Contactlinsen (ca. ab Einschulung), besonders wirkungsvoll: Ortho-K-Linsen oder spezielle „Kurzsichtigkeits-Verhinderungs-Linsen“.
  • Gesunde Ernährung, d.h. bezogen auf das Auge: Vitamin A (Fisch, Milch, Eier), Beta-Carotin (Karotten, gelbes u. rotes Gemüse) und Lutein (Spinat, Erbsen u.a. grünes Gemüse).
  • Niedrig dosiertes Atropin.
    (Die medikamentöse Behandlung beeinflusst das Akkommodations– und Wachstumsverhalten des Auges).

Gerne beraten wir Sie im Rahmen eines vereinbarten Termines ausführlich über die individuellen Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Weitere Informationen und auch einen Fragebogen zum „Myopierisiko“ finden Sie u.a. unter www.myopiacare.org

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Quellen:

Deutsche Augenärztliche Kontaktlinsengesellschaft e.V. – Patienteninformation 2015/16 – Fachtagungsinfo 2016/17
Deutsches Ärzteblatt/Jg. 114/Heft 35-36/Sept. 2017
Silke Lohrengel MSc., Broschüre „Mein Kind ist kurzsichtig – was nun?“
Prof. Dr. rer. nat. Schaeffel, Patienteninformation Kurzsichtigkeit, Universitätsaugenklinik Tübingen
FAZ online / Spiegel online / Süddeutsche Zeitung online